Flüssiges Kokosöl: Wirkung, Anwendung und Vorteile

Kokosöl gehört seit Jahren zu den beliebtesten Naturprodukten in den Bereichen Beauty, Ernährung und Haushalt. Ob als feste oder flüssige Variante – Kokosöl findet vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Neben dem klassischen, festen Kokosöl gibt es auch eine flüssige Variante, die in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit erhält.

In diesem Artikel erfährst Du alles Wichtige rund um flüssiges Kokosöl, seine Wirkung und Anwendung für Haut und Haare und worin es sich zu konventionellem Kokosöl, das Du aus dem Supermarkt kennst, unterscheidet.

Was ist flüssiges Kokosöl?

Flüssiges Kokosöl ist ein besonders reines, leichtes Öl aus mittelkettigen Fettsäuren (MCTs), das aus Kokosöl gewonnen wird. Es bleibt dauerhaft flüssig, ist geschmacksneutral und kann sowohl in der Küche als auch für die tägliche Haar- und Hautpflege verwendet werden.

Durch seine Textur besteht vor allem für die Anwendung im Bad ein großer Vorteil, denn flüssiges Kokosöl zieht schnell ein und hinterlässt kein fettiges Gefühl auf der Haut. Dadurch eignet es sich besonders gut für alle, die eine leichte und unkomplizierte Pflege bevorzugen.

Mit einem Rauchpunkt von 150 bis 160 °C kann das Öl natürlich auch zum Kochen und Backen verwendet werden. 

 

Wo liegt der Unterschied zu klassischem Kokosöl?

Die gängige, natürliche Form von Kokosöl ist das feste Kokosöl. Dieses wird erst bei Temperaturen über 24 °C flüssig. Es hat einen frischen Kokosgeschmack sowie -geruch und besteht zu über 50 % aus Laurinsäure. Diese Eigenschaft macht Kokosöl für die Körperpflege, für die Haare oder sogar die Anwendung bei Tieren wie Hunden und Katzen interessant. 

Das flüssige Kokosöl hingegen bleibt auch bei Temperaturen unter 24 °C flüssig und hat, anders als normales Kokosöl, keinen charakteristischen Kokosgeschmack oder -geruch. Dennoch handelt es sich auch hierbei um Kokosöl.

Der Unterschied zwischen beiden Produkten wird schließlich durch das Herstellungsverfahren bedingt.

 

Wie wird flüssiges Kokosöl hergestellt?

Flüssiges Kokosöl entsteht durch die Fraktionierung von Kokosöl. Dabei handelt es sich um einen rein physikalischen Prozess und keine chemische Behandlung oder Raffination. Es werden weder Lösungsmittel noch andere Zusatzstoffe eingesetzt. 

Fraktionieren bedeutet aufteilen, beziehungsweise etwas in einzelne Fraktionen zu trennen. Kokosöl besteht schließlich nicht aus einer einzigen Fettsäure, sondern aus mehreren, verschiedenen Fettmolekülen. Alle haben unterschiedliche Schmelzpunkte – und genau diese Eigenschaft macht man sich bei der Fraktionierung zunutze. 

Das Kokosöl wird dabei schonend erwärmt und anschließend langsam abgekühlt. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Schmelzpunkte trennen sich die enthaltenen Fettsäuren dabei voneinander. 

Warum macht man das?

Naja, Kokosöl ist bei geringeren Temperaturen normalerweise fest. Und das liegt an der Zusammensetzung der verschiedenen Fettsäuren. Kokosöl besitzt einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren – diese haben schließlich einen höheren Schmelzpunkt als ungesättigte Fettsäuren. 

Auch die Länge der Fettsäure spielt bei der "Konsistenz" eines Fettes eine Rolle. Kurze Fettsäuren haben einen geringeren Schmelzpunkt, als langkettige Fettsäuren.

Kokosöl besteht zu einem überwiegenden Teil aus Laurinsäure, einer eher mittel- bis langkettigen Fettsäure. Die Laurinsäure selbst hat einen relativ hohen Schmelzpunkt. Die anderen enthaltenen Fettsäuren haben jedoch einen anderen Schmelzpunkt, weshalb das Kokosöl trotzdem "schon" bei > 24 °C flüssig wird. 

Und wie kann flüssiges Kokosöl nun dauerhaft flüssig bleiben?

Das liegt schließlich daran, dass das Kokosöl fraktioniert wurde und jene Bestandteile entfernt oder reduziert wurden, die das Kokosöl sonst fest machen, wie zum Beispiel die Laurinsäure. Übrig bleibt letztlich also eine Fraktion mit einem geringeren Schmelzpunkt. 

 

Ist flüssiges Kokosöl dasselbe wie MCT-Öl?

Nicht jedes flüssige Kokosöl ist automatisch ein MCT-Öl. Ein fraktioniertes Kokosöl kann durchaus noch Laurinsäure enthalten, jedoch im Gegensatz zu normalem Kokosöl in einer deutlich reduzierteren Form. 

Bei einem typischen MCT-Öl konzentriert man sich jedoch hauptsächlich auf die beiden Fettsäuren Capryl- und Caprinsäure (C8 und C10). Die Laurinsäure wird hier vollständig entfernt. 


 

Anwendungsbereiche von flüssigem Kokosöl

Im Beauty-Bereich kann sich das flüssige Kokosöl als sehr wertvoll erweisen. Besonders häufig wird es

  • zum Abschminken, 
  • für die Haarpflege,
  • für die Hautpflege,
  • als Wimpernflege und
  • pflegende Alternative zu Lipgloss

verwendet. Durch seine Konsistenz lässt es sich besonders angenehm auftragen und zieht im Vergleich zu normalem Kokosöl schneller ein.

 

Flüssiges Kokosöl für die Haare

Flüssiges Kokosöl ist besonders beliebt für die Haarpflege, denn es kann helfen,

  • Frizz (besonders bei Locken) zu reduzieren, 
  • dem Haar mehr Glanz und Elastizität zu verleihen,
  • die Haarstruktur zu schützen und
  • Feuchtigkeitsverlust vorzubeugen.

Vor allem trockenes, geschädigtes oder coloriertes Haar kann von diesen Eigenschaften profitieren. 

Wie wirkt flüssiges Kokosöl im Haar?

Flüssiges Kokosöl kann wunderbar für die Pflege der Haare verwendet werden, denn laut einer neuen Forschung können auch die mittelkettigen Fettsäuren in die Haarfaser eindringen und sie von innen pflegen. 

Haare besitzen von Natur aus eine Protein- und Lipidsubstanz, welche die
Schuppenschicht des Haares vervollständigt. Lipide sind sehr wichtig für gesundes Haar, da sie die Haarstruktur stärken, Feuchtigkeit speichern und für Elastizität sowie Glanz sorgen.

Beim Haarewaschen wird der Lipid- und Proteingehalt der Haare jedoch mit der Zeit reduziert, wenn keine ordentliche Pflege nach dem Waschen eingesetzt wird. Mit der Zeit wird dadurch die Schuppenschicht porös, das Haar verliert Feuchtigkeit und kann trocken oder brüchig werden.

Die Anwendung von Kokosöl vor dem Haarewaschen kann das verhindern, da es sich wie eine schützende Schicht um das Haar legt und wie eine natürliche Barriere wirkt. Dadurch kann verhindert werden, dass das Shampoo die Feuchtigkeit und natürlichen Lipide aus dem Haar zieht.

Zusätzlich kann Kokosöl dem sogenannten "Hair Swelling" entgegenwirken. Wenn Haare nass werden, quellen sie auf. Beim Trocknen ziehen sie sich wieder zusammen. Dieser wiederholte Wechsel von Ausdehnung und Schrumpfung kann die Schuppenschicht langfristig beschädigen. Das ist vergleichbar mit einem Gummiband, das man öfzer dehnt und wieder loslässt. 

Der Erhalt der Schuppenschicht des Haares ist also das A und O für gesunde, glänzende Haare. Und dabei kann Kokosöl wunderbar helfen. Es kann wie ein natürliches Schutzschild für das Haar gesehen werden und dabei helfen, die Haarstruktur langfristig zu erhalten und zu stärken.

Wie funktioniert die Haarpflege mit flüssigem Kokosöl?

Eine beliebte Methode, flüssiges Kokosöl in die Haarpflege zu integrieren, ist die ÖWC-Methode (Öl-Waschen-Conditioner).

15-30 Minuten vor der Haarwäsche sollte das Kokosöl gleichmäßig in den Längen verteilt werden. Anschließend werden die Haare wie gewohnt mit Shampoo und Conditioner gewaschen. ÖWC lässt sich übrigens auch mit "normalem" Kokosöl machen. 

Ein Vorteil der flüssigen Variante ist allerdings die einfache und schnelle Anwendung ohne, dass das Öl vorher schmelzen muss. 

Wer Kokosöl einen Leave-in nutzen möchte, sollte ebenfalls beachten: Klassisches Kokosöl wird bei Temperaturen unter 24 °C fest. Dadurch kann es über Nacht im Haar aushärten. Es besteht die Gefahr, dass die Haare beschädigt werden oder sogar abrechen.

Bei flüssigem Kokosöl kann das nicht passieren, da es seinen Aggregatzustand behält.

 

Flüssiges Kokosöl für die Haut

Auch in der Hautpflege kann das flüssige Kokosöl seine Vorteile entfalten, denn es

  • zieht schnell ein, 
  • ist nicht komedogen (verstopft die Poren kaum),
  • ist geruchs- und farblos,
  • fühlt sich leicht und angenehm auf der Haut an und
  • hinterlässt keinen Fettfilm.

Durch seine leichte Konsistenz eignet es sich besonders gut für Menschen, die eine Hautpflege ohne schwere Öle bevorzugen.

Wie wird flüssiges Kokosöl auf der Haut angewendet?

Flüssiges Kokosöl ist besonders bei Anwendungen beliebt, bei denen ein leichtes, schnell einziehendes Öl gewünscht wird. Typische Einsatzmöglichkeiten sind:

  • Als Make-Up-Entferner oder Oil Cleansing: Das Öl entfernt Make-up sanft und effektiv ohne die Haut auszutrocknen.
  • Als Augen-Make-Up-Entferner: Auch wasserfeste Wimperntusche lässt sich effektiv lösen, ohne starkes Reiben. Gleichzeitig werden die Wimpern gepflegt.
  • Als Massageöl: Durch seine gute Gleitfähigkeit und Hautverträglichkeit wird flüssiges Kokosöl häufig als Massageöl verwendet.
  • Als leichtes Körperöl: Nach dem Duschen kann das Öl auf feuchter Haut aufgetragen werden und für ein angenehmes, gepflegtes Hautgefühl sorgen.

 

Fazit: Welchen Vorteil liefert das flüssige Kokosöl?

Flüssiges Kokosöl ist eine vielseitige und praktische Alternative zum klassischen, festen Kokosöl. Durch seine spezielle Fettsäurezusammensetzung bleibt es dauerhaft flüssig, zieht schnell ein und hinterlässt kein schweres oder fettiges Gefühl auf Haut und Haaren.

Besonders in der Haar- und Hautpflege überzeugt das Öl durch seine leichte Textur und seine pflegenden Eigenschaften. Es kann helfen, Feuchtigkeitsverlust vorzubeugen, die Haarstruktur zu schützen und die Haut sanft zu pflegen.

Gleichzeitig ist es aufgrund seines neutralen Geruchs und Geschmacks auch in der Küche einsetzbar.

Ob für Beauty, Pflege oder Ernährung – flüssiges Kokosöl ist ein praktischer Allrounder im Alltag. Welche Variante letztlich besser geeignet ist, hängt jedoch vom persönlichen Bedarf ab: Während festes Kokosöl besonders reichhaltig ist, punktet flüssiges Kokosöl vor allem durch seine leichte Anwendung und Vielseitigkeit.

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