Kokosöl in der Paleo-Ernährung: Interview mit Constantin von Paleosophie

    Constantin Gonzalez von Paleosophie gibt uns in diesem Interview einen Einblick in die Paleo-Ernährung und erzählt uns, für wie wichtig er die richtigen Fette wie Kokosöl, im Rahmen dieser Ernährung hält.

     

    1. Auf Deiner Webseite Paleosophie schreibst Du viel Interessantes über die Paleo- bzw. Steinzeiternährung. In letzter Zeit hört man häufiger davon. Seit wann beschäftigst Du Dich damit und wie kam es dazu?

    Irgendwann stellte ich fest, dass ich jedes Jahr mehr Gewicht zunahm, etwa ein halbes Kilo pro Jahr mehr. Mir war klar, dass das auch irgendwie mit Gesundheit zu tun hat und dass man deswegen auch auf das Gewicht aufpassen muss. 2008, mit 86 kg und einem deutlichen „Bierbauch“ beschloss ich, der Sache auf den Grund zu gehen und fing an, systematisch Bücher und Artikel zu lesen und die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit intensiv zu studieren. So kam ich zu der Paleo-Ernährung. Einfach betrachtet handelt es sich dabei um die Ernährung, an die sich der Mensch seit Millionen von Jahren in seiner Evolution angepasst hat. Artgerechte Ernährung sozusagen. Es stellt sich heraus, dass die Gesellschaft heute ganz anders isst, als der Urmensch. Und genau darin liegen nicht nur die Ursachen von Übergewicht, sondern auch vieler sog. Zivilisationskrankheiten. Heute wiege ich knapp 70 kg und ich fühle mich vor allem wesentlich fitter, habe mehr körperliche und mentale Energie für Beruf und Sport und
    werde deutlich weniger krank.

     

    2. Kannst Du uns kurz in 5 Fakten zusammenfassen was man bei Paleo beachten sollte und für wen diese Ernährung besonders geeignet ist?

    Die Paleo-Ernährung ist die Ernährung, die optimal auf den menschlichen Stoffwechsel zugeschnitten ist, denn sie entspricht der Umgebung, die den Menschen in Millionen von Jahren evolutionär geprägt hat. Sie ist daher für alle Menschen sehr gut geeignet. Mir fällt auf, dass die meisten Menschen, die zur Paleo-Ernährung kommen entweder stark übergewichtig sind oder an chronischen Krankheiten leiden, oder es sich dabei um Leistungssportler handelt, die über Ernährung mehr Leistung und Ausdauer erreichen wollen. Das ist interessant, weil diese Zielgruppen Hilfe suchen und stark motiviert sind, ihren Lebensstil zu ändern. Das ist aber auch schade, weil der Großteil der Menschen den Status quo als „normal“ akzeptiert: Ein bisschen Bierbauch ist „normal“, im Winter ständig krank im Bett zu liegen ist „normal“, das Mittagstief und der Heißhunger auf Schokoriegel am Nachmittag ist „normal“, selbst Blutdruck-Medikamente, Cholesterin-Senker, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Alzheimer und Krebs werden mit einem „das ist halt im Alter so“ hingenommen. Der Urmensch und Naturvölker, die sich evolutionär korrekt ernähren kennen solche Probleme nicht! Die Paleo-Ernährung ist eigentlich ganz einfach: * Gemüse, Wurzeln und tierische Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch und Eier, aber auch Innereien sind die Grundlage: Alles, was wächst und alles, was sich bewegt hat der Urmensch schon immer gejagt, gesammelt und gegessen. Das sind die besten Lebensmittel.

    • Auch Obst, Nüsse und Samen sind in Maßen gesund – als Beigabe, nicht als Hauptmahlzeit.
    • Alle Getreideprodukte (Brot, Kuchen, Gebäck, Nudeln, Müslis, etc.) sollte man strikt meiden: Der Mensch isst erst seit ca. 10000 Jahren Getreide und Paläontologen wissen schon seit langem, dass sich seit dieser Zeit die Gesundheit des Menschen dramatisch verschlechtert hat. Seit kurzem haben Wissenschaftler die Zusammenhänge zwischen dem im Getreide enthaltenen Gluten und anderen Anti-Nährstoffen und modernen Zivilisations-Krankheiten entschlüsselt: Getreide sind für den Menschen schädlich.
    • Milch und viele Milchprodukte können ebenfalls problematisch sein, denn sie enthalten Wachstumshormone, die eigentlich für das Kalb bestimmt sind und beim Menschen nachteilig sind. Milch und Getreide gehören zu den häufigsten Ursachen für Pickel und Hautprobleme. Allerdings kann man in den meisten Fällen bei Butter eine Ausnahme machen: Da es sich größtenteils lediglich um das Milchfett handelt, ist sie sogar sehr gesund.
    • Zucker ist ein Suchtmittel, das den Stoffwechsel im Körper wie ein Gift belastet. Man sollte Zucker daher strikt meiden. Softdrinks und auch Fruchtsäfte enthalten einen hohen Zuckeranteil, man sollte statt dessen einfach Wasser trinken. Wer auf sein tägliches Stück Würfelzucker im Kaffee nicht verzichten will, kann schrittweise die Dosis reduzieren, bis man ohne Zucker auskommt. Schokolade kann dagegen gesund sein – wenn man sich schrittweise an einen Kakaoanteil von 70% oder höher gewöhnt hat. Vorteil: Nach etwas Eingewöhnung erlebt man bei einem guten Espresso oder einem Stück 85%-iger Schokolade ein tolles Aroma!

    Paleo bedeutet daher vielleicht auch, mehr selber zu kochen und keine Fertiggerichte zu essen. Das ist am Anfang vielleicht etwas umständlicher, aber dafür entdeckt man eine neue Welt voll von abwechslungsreichen, leckeren und vor allem gesunden Gerichten.

     

    3. Viele scheinen ja recht schnell davon abzunehmen. Empfiehlst Du die Paleo-Ernährung auch, wenn man nicht abnehmen möchte? Welche gesundheitlichen Verbesserungen sind ggf. zu erwarten?

    Das tolle an der Paleo-Ernährung ist, dass sie dem Körper hilft, seine eigenen Abwehrkräfte und Regelmechanismen optimal zu nutzen. Wer Übergewicht hat, nimmt mit ihr automatisch ab, weil durch den Verzicht auf Getreide, Zucker und übermäßige Kohlenhydrate die natürlichen Regelkreise im Körper nicht mehr beeinträchtigt werden und wieder ihre Arbeit tun können: Das Idealgewicht erreichen. Viele Menschen haben das gegenteilige Problem: Sie sind zu mager, kraftlos und haben Schwierigkeiten, zuzunehmen. Dies ist oft in einer Kombination aus mangelnden Nährstoffen in der Ernährung und einer mangelnden Nährstoff-Aufnahmefähigkeit im Darm begründet. Die Lebensmittel in der Paleo-Ernährung sind voll von Proteinen, gesunden Fetten, Vitaminen, Mineralien und anderen Mikronährstoffen und sie helfen daher auch Untergewichtigen, wieder zuzunehmen. Da Getreideprodukte vor allem die Darmwand angreifen, normalisiert sich durch den Verzicht auf Getreide auch die Fähigkeit des Darmes, Nährstoffe aufzunehmen. „Eure Nahrung sei Eure Medizin“ soll schon Hippokrates gesagt haben und tatsächlich berichten sehr viele Menschen weltweit, dass sie mit der Paleo-Ernährung nicht nur erfolgreich abgenommen haben, sondern dass sie wieder mehr Energie für den Alltag spüren, bessere Leistungen in Kraft- und Ausdauersport haben, weniger krank werden, klarer denken können, Hautprobleme und Gelenkentzündungen verschwinden, sowie Auto-Immunkranheiten wie Multiple Sklerose, Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa sich verbessern. Auch berichten viele, dass sich nach einer Umstellung der Blutdruck normalisiert und die Blutwerte für Cholesterin und Entzündungen sich verbessern und dadurch Medikamente abgesetzt werden können. Einige Diabetiker haben mit dieser Ernährungs-Umstellung ihre Krankheit besiegt und können heute ohne Medikamente leben.

     

    4. Was sind Deiner Meinung nach die größten Herausforderungen bei der Umstellung? Gibt es etwas, was Du wirklich vermisst?

     Constantin von Paleosophie - Dr. Goerg - Bio-Kokosprodukte
    Die Paleo-Ernährung führt bei vielen Menschen dazu, dass sie weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen. Zwar ist die Paleo-Ernährung keine ausgesprochene Low-Carb-Ernährung aber tatsächlich ist es so, dass Naturvölker und der Urmensch deutlich weniger Kohlenhydrate essen, als zivilisierte Menschen. Dafür essen sie mehr Proteine und mehr gesundes Fett. Die Umstellung auf weniger Kohlenhydrate ist in den ersten 7-10 Tagen eine Herausforderung für viele Menschen, weil der regelmäßige Blutzucker-Kick ausbleibt: Man fühlt sich dann schlapp, verkatert und entwickelt Heißhunger auf Süßes. Man sollte diese Phase als Entzugserscheinung betrachten und tatsächlich fühlen sich nach ca. einer Woche die meisten sehr viel besser als vorher: Die ersten Pfunde verschwinden, der Heißhunger ist weg, auch das Mittagstief bleibt aus und man spürt, wie der Körper mehr Energie entwickelt.

     

    5. Du verwendest sehr gerne unser Bio-Kokosöl. Warum?

    Der Urmensch hat schon immer mehr gesättigte Fette aus tierischen Quellen oder Nüssen zu sich genommen als der zivilisierte Mensch. Sie bieten eine bessere Energiequelle als Kohlenhydrate, weil sie im Körper mit weniger Verschleiß verbrannt werden können und weil Körperfett in größeren Mengen zur Verfügung steht, als Kohlenhydrate. 1 Gramm Fett enthält doppelt so viele Kalorien wie 1 Gramm Kohlenhydrate. Kokosöl besteht fast ausschliesslich aus gesättigtem Fett, ist also eine sehr gute Energiequelle. Darüber hinaus spielt die Art der Fettsäure eine große Rolle für den Organismus: Die Laurinsäure, die in Dr. Goerg Kokosöl besonders reich enthalten ist, ist für den menschlichen Körper ohne großen Aufwand verwertbar. Sie wird in Ketonkörper aufgespalten, die nicht nur für Muskeln und vor allem das Herz ein bevorzugter Brennstoff sind, Ketonkörper gehören zu den wenigen Stoffen, die die Blut/Hirnschranke passieren dürfen und versorgen darüber das Gehirn mit wertvoller Energie. Inzwischen werden Alzheimer-Kranke mit Kokosöl behandelt, aber es gibt keinen Grund, nicht schon viel früher seinem Kopf was Gutes zu tun! Kokosöl ist darüber hinaus sehr praktisch: Es hält sich lange, ohne ranzig zu werden, man kann es überall zum Braten, Backen und Kochen verwenden und es schmeckt toll. Meine Kinder kommen häufig zu mir und wollen einen Teelöffel Kokosöl haben. Allerdings kommt es auch auf die Qualität an: Nur durch den richtigen Anbau und die schonende Verarbeitung kann man alle Vorteile von Kokosöl geniessen. Hier freue ich mich, dass Dr. Goerg so viel Arbeit in eine qualitativ hochwertige und erntefrische Produktion steckt.

     

    6. Hast Du ein Lieblings-Rezept welches Du unseren Lesern empfehlen kannst?

    Für Dr. Goerg durfte ich ja schon den Bulletproof Coffee vorstellen, eine Mischung aus Kaffee, Butter und Kokosöl. Und für das Bayerische Fernsehen habe ich mal Kokosmus-Pancakes gemacht. Die Paleo-Ernährung kann also durchaus sehr modern sein: Es kommt auf die Zutaten und das Wissen um ihre Wirkung an, und nicht darauf, den Urmenschen nachzumachen. Da ich sehr gerne asiatisch esse und koche, empfehle ich Euch dieses asiatische Kokos-Curry-Huhn welches wir schon häufiger zu Hause gekocht haben. Ich wünsche Euch guten Appetit!

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